KiBitz:Presse

Förderverein
der Zentralen Kinder- und
Jugendbibliothek e.V.
(Frankfurt am Main)

Presse

Eine TeenLounge für die Kibi.
Die Jugendbibliothek wurde neu gestaltet.

Studentinnen der HfG Offenbach haben in einem Projekt den Jugendbereich der Bibliothek zu einem trendigen TeenLounge Bereich umgestaltet. Verrückte Regale, Sitzkuben und Lesesesselregale und Ausstellungswände entwickelt.

Am 26.01.2010 um 16 Uhr stieg mit Bionade und den Rappern des Jugendhauses Heideplatz die Eröffnungsparty.

Lesen Sie hier ein paar Pressemitteilungen zu diesem Ereignis

http://www.buchmarkt.de/content/41232-teenlounge-kontra-leseknick.htm

http://www.fr-online.de/_em_cms/_globals/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&em_cnt=2240281&em_loc=139&em_ref=/frankfurt_und_hessen/campus/&em_ivw=fr_campus

http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/campus/?em_cnt=2240281&

Rumpelstil spielt der Bücherei zum Geburtstag ein Ständchen

Bornheim. Von Lieblingsbüchern, Schmökerzeit und Lesefreuden kann die Berliner Band «Rumpelstil» mehr als ein Lied singen und kommt am Freitag, 15. Mai, um 19 Uhr gleich mit einem ganzen «Konzert der Lieblingsbücher» nach Frankfurt. Der Auftritt wird anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Zentralen Kinder- und Jugendbibliothek veranstaltet. Die mehrfach ausgezeichnete Band ist in Frankfurt schon durch das Taschenlampenkonzert bestens bekannt und gibt zum Jubiläum der Bücherei im Bürgerhaus Bornheim dann ein abendliches Familienkonzert für Kinder, Eltern, Großeltern und Lieblingsbücher.

Frankfurter Neue Presse 14.05.2009 Lokales Frankfurt Bornheim

Ein Zuhause fürs Lesen

Kinderbibliothek feiert 25-jähriges Bestehen in Bornheim

VON NATALIE KIEHL

Was fehlt sind die Bücher. Eigentlich absurd, denn da stehen sie ja, säuberlich aufgereiht in ihren Regalen. Bilderbücher, Sachbücher, Jugendromane, Comics, übersichtlich nach Alter und Thema geordnet. Doch zu jedem beliebigen Zeitpunkt sind etwa 40 Prozent des Bestandes der Kinder- und Jugendbibliothek gar nicht im Regal im Saalbau Bornheim, sondern unterwegs. Ausgeliehen.Und so haben die beiden Leiterinnen, Rosenfeld und Anja Thabor, auch nur einen Wunsch für die Zukunft der Bibliothek: "Genug Geld, damit wir mehr Bücher kaufen können." Gut sieben Mal pro Jahr wird jedes Buch im Schnitt ausgeliehen. Da ist der Verschleiß hoch. Und dann gibt es ja auch noch die vielen Neuerscheinungen, die ins Regal wollen.Seit 25 Jahren können sich Kinder und Jugendliche in der Arnsburger Straße mit Lesestoff eindecken. Und mit Hör- und Sehstoff, denn mittlerweile zählen auch CDs und DVDs zum Ausleihangebot. Neue Medien und das Internet sind ein großer Konkurrent für das gedruckte Wort, sagt Sabine Rosenfeld. Trotzdem ist sie sich sicher: "Lesen ist unser wichtigstes Kulturgut, Ohne kann eine hochtechnisierte Gesellschaft nicht funktionieren."Deshalb sieht sie eine der wichtigsten Aufgaben der Bibliothek auch in der Leseförderung. Mit Bilderbuchkino, Theater und Vorlesenachmittagen will sie Kinder in ihre Bibliothek locken. "Die Jungen, die früher stundenlang in der Sachbuchecke verschwanden, und am Ende mit einem Stapel "Was ist Was?"-Bücher herauskamen, gibt es nicht mehr", erzählt sie. Heute leihen die Kinder am liebsten Fantasybücher aus. Auch Mangas sind immer noch ein Renner, auch wenn "der größte Hype wohl vorbei ist", sagt Rosenfeld.Die Anstrengungen scheinen erfolgreich zu sein. Seit ihrer Eröffnung im Saalbau Bornheim hat sich die Zahl der Ausleihen fast verdreifacht. Nicht nur Kinder nutzen das Angebot, auch Lehrer und Erzieher kommen gerne. Oder lassen die Bücher zu sich kommen: "Wir stellen Medienpakete zu bestimmten Themen zusammen, die sie dann für Schulen und Kindergärten ausleihen können", erklärt die Leiterin.Und während die Kinder im Erdgeschoss in den Regalen stöbern, gehen die Eltern einfach die Treppe hoch in die Stadtteilbibliothek. Übrigens kommen nicht nur Frankfurter. "Bad Vilbel, Aschaffenburg...", zählt Sabine Rosenfeld auf. "Wir sind immer wieder erstaunt, von wie weit her die Leute zu uns kommen." Irgendwo müssen die ganzen Bücher ja sein, die hier in den Regalen fehlen.

Frankfurter Rundschau vom 16.05.2009

Kinder in der StadtNah am Buch

Von Florian Balke

09. August 2007 Wenn Kinder lesen lernen, wird es laut. Den Versuch, die Leiterin der Zentralen Kinder- und Jugendbibliothek Frankfurt über ihre Bücherei auszufragen, unterbricht das Schreien eines Vorschulkindes irgendwo im Hintergrund. Hört Doris Rosenfeld das noch? „Doch”, sagt sie und lächelt.

Drei Stunden sitzt sie an diesem Nachmittag an der Infotheke der Kinder- und Jugendbibliothek im Bürgerhaus Bornheim, empfängt Besucher, beantwortet Fragen und stellt neue Ausweise aus. Die „Kibi”, die sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Anja Thabor leitet, ist seit 1984 in Bornheim untergebracht und eine bibliothekarische Erfolgsgeschichte.

Kinder mit Literatur bekannt machen

Ein Kind beim Lesen33.000 Bücher, CDs und DVDs können Kinder und Jugendliche sich hier ausleihen. 230.000 Mal wurden diese Medien im vergangenen Jahr ausgeliehen. Jedes Buch, jede Hörspielkassette und jede Spielfilm-DVD ging daher durchschnittlich siebenmal über die Ausleihtheke. Eine sehr gute Quote, sagt Rosenfeld, zumal sie nicht nur am Erfolg von Harry Potter liege. Zwar sind alle 60 Bibliotheksexemplare der sechs bislang ins Deutsche übersetzten Romane J.K. Rowlings im Augenblick ausgeliehen, aber die Frankfurter Kinder haben auch andere Favoriten – die „Freche Mädchen, freche Bücher”-Reihe zum Beispiel, Werke von Cornelia Funke oder das „Magische Baumhaus”.

Die Besucherzahlen der „Kibi” steigen: Im Jahr 2004 hatte sie laut dem Statistischen Jahrbuch der Stadt noch 111.808 Besucher, im Jahr darauf waren es schon 125.398. Die Kinder, die die Jugendbuchabteilungen der Stadtteilbibliotheken aufsuchten, sind in dieser Zahl noch gar nicht enthalten. Der Erfolg mag auch daran liegen, dass Frankfurt Sitz des Baumhaus-Verlags ist, der mit Klaus Baumgarts „Lauras Stern”-Serie und Joachim Masanneks „Wilden Fußballkerlen” erfolgreich ist. Und auch daran, dass die Stadt über das 1963 gegründete Institut für Jugendbuchforschung der Goethe-Universität verfügt. Vor allem aber tut sie selbst viel dafür, ihre Kinder und Jugendlichen möglichst früh und möglichst häufig mit Literatur bekannt zu machen.

Eine Mitarbeiterin der Bibliothek liest den Kindern vor.„Frankfurt hat sehr viele Möglichkeiten, Kinder lesefördernd zu erreichen”, sagt Eva von Jordan-Bonin. Sie ist die Leiterin der in der Zentralbibliothek der Stadtbücherei angesiedelten Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle. Die Arbeitsstelle unterstützt die Schülerbüchereien von mittlerweile 65 Frankfurter Schulen mit bibliothekarischem Wissen. „Es ist ideal, wenn man Kinder in allen möglichen Lebenslagen mit der Literatur in Kontakt bringen kann, ob das im Unterricht ist, in der Schulbibliothek oder als Besucher der ,Kibi‘.”

Interesse an DVDs mit Kinderfilmen

Seit der Gründung der Arbeitsstelle im Jahr 1974 hat die Stadt ihren Mitarbeitern kontinuierlich einen Ankaufsetat für Bücher zur Verfügung gestellt. In diesem Jahr verfügt Jordan-Bonin über 100 000 Euro, die sie ausgeben kann, das ist mehr als im Jahr zuvor. Das Geld sei gut angelegt: „Es rechtfertigt sich auch dadurch, dass unsere Hilfe sehr stark nachgefragt wird von den Schulen.” Auch im Etat der Kinder- und Jugendbibliothek befindet sich in diesem Jahr mehr Geld – allen Filialen der Stadtbücherei Frankfurt stehen im laufenden Jahr für den Kauf neuer Bücher, CDs oder DVDs 675.000 Euro zur Verfügung. Es könnte immer noch ein wenig mehr sein, sagt Doris Rosenfeld.

Doris RosenfeldWeitere Mittel fließen in die Programmarbeit. Um die 98.838 Frankfurter Jugendlichen zu erreichen, die das Statistische Jahrbuch für das Jahr 2005 verzeichnet, bieten alle Filialen der Stadtbücherei, von der Zentralbibliothek über die „Kibi” bis zu den Stadtteilbibliotheken, Programme für Kinder unterschiedlicher Altersgruppen an, für die man sich unkompliziert anmelden kann. Es gibt die „Bib-Starter” für die ganz Kleinen, die „Leseminis” und den „Lesefreund” für die Vorschulkinder, die „Bücherbande” für Grundschüler und die „Wissenswerkstatt” für Grundschüler und Kinder der Sekundarstufe I. Die „Kibi” werde dabei von Schülern aller Schularten genutzt, sagt Rosenfeld. Nicht alle Besucher kämen nur wegen der Bücher. Gerade die Kleinen seien nicht nur an Bilderbüchern, sondern auch an den DVDs mit Kinderfilmen interessiert.

Wegen der Filme sind auch Berkant Kandemir und seine kleine Schwester Sara Halhoul in die „Kibi” gekommen. Berkant kommt nach den Ferien in die 6. Klasse der Musterschule. Er ist oft hier, die Familie wohnt nur fünf Minuten entfernt. Seit sein Vater ihm in der Türkei den ersten Potter-Band geschenkt hat, bleibt er abends gerne lange auf, um zu lesen. Jetzt sind sie mit ihrer Mutter hier, weil Sara ihren eigenen Bibliotheksausweis haben will. Berkant darf auf seine Karte nur drei DVDs mit Filmen ausleihen und brachte ihr von denen, die sie mag, immer nur eine mit. Neulich waren sie zu dritt im neuen Potter-Film. Berkant und Sara hat es sehr gefallen, nur ihrer Mutter wurde der Abend lang: „Ich bin schwanger, und immer, wenn es laut wurde, hat mein Sohn mich im Bauch getreten”, berichtet sie. Kinder lieben eben schon vor der Geburt Action.

Kinderliteraturtag zu Astrid Lindgren

Wie Sara kommt auch Fabian Beltz demnächst zur Schule. Er sitzt an einem der Computer, die es in der „Kibi” auch gibt: „zum ersten Mal”. Er kommt mit seinen Eltern und seinem kleinen Bruder Jakob etwa einmal in der Woche hierher. In den vergangenen Jahren haben seine Eltern ihm oft vorgelesen – Astrid Lindgrens „Mio, mein Mio” zum Beispiel oder „Die Brüder Löwenherz”.

Ihm dürfte es daher gefallen, dass in diesem Herbst eine Frankfurter Literatureinrichtung für Kinder wiederbelebt wird, die eine Zeitlang eingeschlafen war. Die Kinderbuchsonntage des Literaturhauses Frankfurt gab es seit 1991 an jedem dritten Sonntag im Monat, nach dem Umzug des Literaturhauses an die Schöne Aussicht sprang allerdings die für die Reihe verantwortliche Mitarbeiterin ab. Zum Neustart des Programms gibt es am 23. September einen ganzen Kinderliteraturtag, der Astrid Lindgren gewidmet ist. Geboten werden eine Lesung, ein Bastelnachmittag und eine Filmvorführung.

„Zum Neuanfang wollten wir etwas Größeres machen, um zu zeigen, dass wir wieder da sind”, sagt Carolin Dabrowski, Leiterin der Kinder- und Jugendliteraturprojekte des Literaturhauses. „Astrid Lindgren bot sich an, weil sie in diesem Jahr ihren hundertsten Geburtstag hätte feiern können und weil sie den Kindern wichtig ist.” Dabrowski legt Wert darauf, dass an den von ihr organisierten Sonntagen nicht nur vorgelesen wird, sondern auch ein spielerisches Element zur Beschäftigung der Kinder mit Büchern und dem Lesen hinzukommt. Deswegen wird am Lindgren-Tag auch gebastelt, deswegen zeigt Daniel Napp an einem der anschließenden Sonntage den Besuchern, wie er seinen Bären Dr. Brumm zeichnet und wie ein Kinderbuch überhaupt gemacht wird.

Erzählen statt vorlesen

Einen ganz anderen Ansatz, bei dem Vorschulkindern nicht vorgelesen, sondern etwas erzählt wird, bietet das „Märchenforum Frankfurt” um Manfred A.P. Bastian. Seit 2002 besuchen er und seine 15 ehrenamtlichen, aber geschulten Erzähler in Zusammenarbeit mit dem Schulamt Frankfurter Kindergärten. Dort erzählen sie den Kindern ein Märchen. „So, dass es spannend ist. Darauf kommt es schließlich an.”

Was Bastian wohl von Carolin von Braschs Lesegeschmack halten würde? Sie ist 13 Jahre alt und kommt nach den Ferien in die 8. Klasse. Anders als ihre gleichaltrige Freundin Carry Ruland erklärt sie in der „Kibi”, sie lese keine Fantasy – nur das, was sich auch in der Realität ereignen könne. „Außer Harry Potter.” Spannend bleibt eben spannend.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z. - Franz Bischof, F.A.Z. – Bischof